Zuriga E2-S Generation 2: Erste Inbetriebnahme in 20 Minuten
Ich gebe es zu: Wenn eine neue Maschine ankommt, lese ich die Bedienungsanleitung erst nachdem ich versucht habe, sie ohne anzuschalten. Bei der Zuriga E2-S Generation 2 habe ich es anders gemacht — und das hat sich ausgezahlt. Die Anleitung ist gut geschrieben, die Schritte sind logisch, und das Ergebnis war überzeugend: Vom ersten Befüllen des Wassertanks bis zum fertigen Cappuccino vergingen gerade mal zwanzig Minuten.
Was mich dabei am meisten überrascht hat: In diesen zwanzig Minuten steckte auch das komplette Reinigungsprogramm für Brühgruppe und Dampflanze. Die Maschine war also von Anfang an sauber durchgespült — kein halbherziger erster Bezug, der nach Verpackungskarton schmeckt.
Was du nach diesem Artikel weißt: Wie die Inbetriebnahme konkret abläuft, was mir am Design und der Bedienung aufgefallen ist, und wo die ersten kleinen Lernkurven lagen.
[BILD: Zuriga E2-S mit Pitcher und ausgeklappter Dampflanze, Frontansicht | Alt: Zuriga E2-2 Generation 2 Siebträgermaschine mit Milchkännchen auf der Arbeitsplatte — IMG_5586]
Das Setup: Was ich schon vorher hatte
Die Zuriga E2-S ist seit dem 20. März 2026 in meinem Haushalt — und sie kam in ein bereits eingerichtetes Barista-Umfeld. Dazu gehört die Graef CM 900 als Mühle, ein Abklopfkasten (= Knock Box) und ein Milchkännchen (Pitcher). Ein Setup, das ich über die Jahre Stück für Stück zusammengetragen habe.
Wassertank befüllen und Erststart
Der erste Schritt ist denkbar einfach: Wassertank herausnehmen, befüllen, einsetzen. Die Zuriga verwendet einen abnehmbaren Tank, der sich von oben entnehmen lässt.
Danach: Maschine einschalten. Der obere der beiden Knöpfe auf der Frontseite ist der Ein-/Ausschalter. Mehr Knöpfe gibt es nicht — und das ist eine bewusste Designentscheidung, über die ich noch sprechen werde.
Der obere Knopf leuchtet, wenn die Maschine eingeschaltet ist. Der untere Knopf leuchtet, wenn die Maschine aufgeheizt ist. Nach etwa zwei Minuten wechselt die Anzeige und signalisiert: bereit.
Reinigungsprogramm: Pflicht, nicht Option
Bevor der erste echte Espresso gebrüht wird, verlangt die Anleitung einen Reinigungsdurchlauf. Kein Kaffeepulver, nur Wasser — durch die Brühgruppe und über die Dampflanze.
Ich habe das nicht als lästige Pflicht empfunden, sondern als sinnvollen ersten Kontakt mit der Maschine. Man lernt dabei, wie schnell die Dampflanze Druck aufbaut, wie laut (oder leise) die Pumpe arbeitet, und wie sich die Maschine „anfühlt“.
Die Dampflanze ist für den Dampfbezug immer bereit — das ist wichtig zu wissen. Sobald du sie ausklappst, stoppt der Kaffeebezug automatisch und die Maschine schaltet auf Dampfbetrieb um. Kein Umschalten über Menü oder Knopf, das passiert mechanisch.
Die Bedienung: Zwei Knöpfe. Das war’s.
Das ist der Punkt, der die Zuriga E2-S von vielen anderen Siebträgern unterscheidet — und je nach Erwartungshaltung entweder begeistert oder irritiert.
Oberer Knopf: Ein/Aus
Unterer Knopf: Starte Bezug (Kaffee oder Dampf, je nach Position der Lanze)
Mehr gibt es nicht. Die Bezugsdauer lässt sich nicht programmieren. Nach einer Minute stoppt die Maschine automatisch — das ist die einzige „Automatik“, die an Bord ist.
Wer gewohnt ist, Bezugszeiten per Knopfdruck zu programmieren, muss hier umdenken: Du stoppst den Bezug selbst, wenn du magst — oder du lässt die Maschine nach 60 Sekunden stoppen. Das dürfte für die Zubereitung eines Kaffees allerdings viel zu lang sein.
Der Siebträger: Ein gutes Gefühl in der Hand
Der mitgelieferte Siebträger hat einen Nussbaumholzgriff — optisch ein schönes Detail, das zum matten Edelstahlgehäuse passt. Er liegt gut ausbalanciert in der Hand, das Einspannen in die Brühgruppe geht leichtgängig.
Für mich war das ein angenehmer erster Eindruck: Kein billiges Plastik, kein Wackeln. Der Siebträger macht das, was er soll — und er sieht dabei gut aus.
Der Pitcher: Klein, aber durchdacht
Das mitgelieferte Milchkännchen (Pitcher) ist auf den ersten Blick ziemlich kompakt. Mein erster Gedanke: „Reicht das für zwei Cappuccinos?“
Die Antwort: Ja, knapp. Und das ist kein Zufall — der Pitcher ist auf die Leistung der Dampfpumpe der E2-S abgestimmt. Eine überdimensionierte Kanne würde bedeuten, dass es ziemlich lange dauert, bis die Milch aufgeschäumt ist. Mit dem mitgelieferten Kännchen passt das gut zusammen, auch für eine größere Tasse wie bei einen Flat White.
Ich habe beim ersten Versuch etwas zu viel Milch eingefüllt — was zu einem kleinen Malheur geführt hat. Der Schaum ist über den Rand gegangen. Passiert. Beim zweiten Mal war das kein Thema mehr.
Das Ergebnis: Erster Espresso, erster Cappuccino
Nach zwanzig Minuten standen zwei Espressi auf dem Tisch — und kurz darauf zwei Cappuccinos. Die ersten Espressi sahen gut aus, die Crema war vorhanden. Ob das Ergebnis schon „perfekt“ war? Das ist eine andere Frage, der ich in einem separaten Artikel nachgehen werde.
Was ich sagen kann: Die Maschine war sofort betriebsbereit, ohne langes Herumprobieren. Das ist für eine erste Inbetriebnahme mehr, als ich erwartet hatte.
Mein erstes Fazit
Die Inbetriebnahme der Zuriga E2-S Generation 2 ist unkompliziert — das ist kein Marketing, das ist meine ehrliche Einschätzung nach dem ersten Tag. Die Bedienungsanleitung ist kurz und knapp, die Maschine ist logisch aufgebaut, und die Beschränkung auf zwei Knöpfe ist kein Nachteil, sondern eine Philosophie.
Was ich noch nicht abschließend beurteilen kann: die Extraktionsqualität bei unterschiedlichen Bohnen und Mahlgeraden und wie die Dampflanze sich mit etwas mehr Übung verhält. Das kommt in einem separaten Test.
Die Zuriga E2-S ist keine Maschine für Leute, die alles programmieren wollen. Sie ist eine Maschine für Leute, die ihren Espresso selbst in der Hand haben wollen — im wörtlichsten Sinne.
Wie lange dauert die erste Inbetriebnahme der Zuriga E2-2?
Mit Befüllen des Wassertanks, Aufheizen und dem Reinigungsprogramm rechne rund zwanzig Minuten bis zum ersten echten Bezug. Das Reinigungsprogramm für Brühgruppe und Dampflanze ist dabei schon enthalten.